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Mulm im Aquarium

Was ist Mulm im Aquarium?

Mulm im Aquarium / © goldenfish2010 / flickr.comAls Mulm im Aquarium wird jene Mischung bezeichnet, die sich aus sich zersetzenden Pflanzenteilen und/oder Futteresten, Kot von Fischen und Wirbellosen sowie Bakterien, Pilzen, Huminstoffen und feinen Mineralien zusammensetzt.

Im Aquarium ist Mulm für das Binden von Nährstoffen zuständig, die somit dem Ökosystem nicht mehr zur Verfügung stehen. Ist die EInlaufphase abgeschlossen, dann bleibt die Menge an Mulm im Aquarium im Großen und Ganzen konstant.

Zersetzt wird Mulm durch Mikroorganismen, was unter anderem zur Freisetzung der Mineralien Calcium, Magnesium und Kalium führt. Sämtliche Aquarienbewohner – auch die Pflanzen – profitieren davon: Sie nehmen die gebundenen Mineralien und Nährstoffe aus dem Mulm im Aquarium auf und verstoffwechseln diese anschließend.

Sauerstoff – auch für Aquarienbewohner lebensnotwendig!

Mulm im Aquarium  - Öko-AquarienMulm zersetzende Mikroorganismen sind übrigens auf Sauerstoff angewiesen. Des Weiteren handelt es sich dabei um einen ganz normaler Bestandteil einer gesunden Flora im Aquarium. Ein Mangel an Sauerstoff führt hingegen zu Gärungs- und Fäulnisprozessen. Diese zeichnen nicht nur für eine in jeder Hinsicht unschöne Optik, sie gefährden außerdem die Gesundheit der Aquarienbewohner.

Ein Zeichen für ein Zuwenig an Sauerstoff im Aquarium ist ein unangenehm richender Aquariumboden. Den Grund für eine derartige geruchliche Belästigung liefern Bakterien, die das organische Material „bearbeiten“.

Dies was für eine Freisetzung von Methan sowie Schwefelwasserstoff verantwortlich ist. Als Ursache gilt eine Verdichtung des Substrats, was zur Verminderung der Wasserzirkulation führt.

Mulm unter dem Mikroskop

Wer einen genaueren Blick auf Mulm werfen möchte, dem ist die Verwendung eines Mikroskops wärmstens zu empfehlen. Damit können die kleinen Bewohner des Mulms in ihrem natürlichen Lebensraum entdeckt werden. Es handelt sich dabei um winzige Schnecken, Würmer, Nematoden, Amöben, Pilze und Bakterien.

Die Aufgabe dieser Lebewesen ist es, organische Substanzen zu zerkleinern. Mit anderen Worten ausgedrückt bilden sie in ihrer Gesamtheit sogenannte Abbauketten.

Borstenwürmer

Mulm im Aquarium - Borstenwürmer / ©  Achim Raschka / wikipediaBorstenwürmer spielen im Mulm im Aquarium eine bedeutende Rolle, indem sie abgestorbenes Material, Algen, Wasserflöhe, Rädertierchen sowie Einzeller fressen. Die ebenfalls im Mulm lebenden Öltröpfchenwürmer zählen übrigens auch zur Familie der Borstenwürmer.

Borstenwürmer im Allgemeinen halten sich an den Fühlern von Schlamm- und Posthornschnecken auf und sollen unter anderem auch Körperflüssigkeit aus den Schnecken saugen. Für Fische sowie Wirbellose stellen sie aber keinerlei Gefahr dar.

Charakteristisch sind die in Segmente unterteilten Körper und steife Borsten zur Fortbewegung. Außerdem sind diese Würmer mit freiem Auge in Form von feinen, weißen Fäden sichtbar.

Nematoden

Mulm im Aquarium - Nematoden / © rian0918 / wikipediaBei den Nematoden handelt es sich um transparente Tiere, die an den dunklen Stellen im Mulm im Aquarium leben. Sie erreichen eine Größe von maximal zwei Millimetern. Daneben kann in einem Aquarium – genauer in den entsprechenden Filtern – auch der Lanzenwurm gewissermaßen Heimisch werden, der bis zu fünf Millimetern groß wird.

Nematoden ernähren sich von Algenzellen, die sie regelrecht aussaugen. Steht ein Mikroskop zur Verfügung, so kann diese Art der „Aquarienbewohner“ in den Algenmatten ausfindig und für das menschliche Auge sichtbar gemacht werden

Wimperntiere

Wimperntiere leben im Aquarium bevorzugt auf  Moosen. Ihre Ernährung setzt sich aus Bakterien, Algen und Rädertierchen zusammen. Allerdings fungieren auch die Wimperntiere selbst als Nahrung, indem sie als angesetztes Fischfutter für sehr kleine Jungfische Verwendung finden. Um eine bestmögliche Vermehrung dieser Lebewesen zu erzielen, sollten sich zu diesem Zweck idealerweise Seemandelbaumblätter im Aquarium befinden.

Rädertierchen

Mulm im Aquarium - Rädertierchen / © Marsupilami / wikipediaRädertierchen stellen ebenso wie die Wimperntiere optimales Jungfischfutter dar. Für eine derartige Verwendung werden sie in Ansätzen mit Ei oder alternativ auf speziellen Granulaten gezogen.

Rädertierchen erreichen eine Länge von rund drei Millimetern, ihre Bewegungen sind wurmartig. Ein zusätzliches Kennzeichen ist ihre absolute Ungefährlichkeit für Fische sowie alle anderen Aquarienbewohner

Muss Mulm im Aquarium entfernt werden?

Mulm im Aquarium erfüllt für das dortige Gleichgewicht diverse wichtige Aufgaben. Aus diesem Grund wird ausdrücklich die Empfehlung ausgesprochen, Mulm im Aquarium zu belassen.

Ein Beispiel dafür snd die Mikroorganismen im Mulm, die während der Einlaufphase des Aquariums Nährstoffe aus organischen Materialien zu rund vierzig Prozent in ihre eigene Masse binden. Im Laufe der Zeit verenden übrigens immer so viele Mikroorganismen, wie neue entstehen. Das Resultat dieses Kreislaufes ist ein gesundes Gleichgewicht zwischen Futter und Futtersuchenden.

Daneben sorgt Mulm im Aquarium auch dafür, dass Mineralstoffe gebunden werden. Dadurch können sie von den Pflanzen aufgenommen werden können.

Mulm im Aquarium als Gesundbrunnen

Die Organismen, die im Mulm leben, sorgen mit ihren Ausscheidungen dafür, dass sich bestimmte schädliche Organismen nicht vermehren können. Somit kann die Bildung von Krankheitserregern sowie Algen wirksam bekämpft werden.

Die verschiedenen Mikroorganismen, denen in einem Aquarium – bzw. für das dort herrschende ökologische Gleichgewicht – wichtige Aufgaben zufallen, siedeln sich eher im Mulm als im freien Wasser an. Auf diese Weise ist Mulm indirekt, aber wesentlich an einer verminderten Keimbildung im Wasser beteiligt.

Mulm im Aquarium ist also nicht schädlich, sondern im Gegenteil: Er ist im Aquarium für ein gesundes Gleichgewicht unverzichtbar. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, Mulm aus einem bereits bestehenden Aquarium zum sogenannten „Animpfen“ in ein neues zu geben.

Was tun bei zu viel Mulm im Aquarium?

Mulm im Aquarium - MulmsaugerAber auch wenn Mulm im Aquarium keinesfalls vollständig entfernt werden soll, so kann es dennoch vorkommen, dass sich in einem Aquarium zu viel Mulm bildet. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn sich in einem Becken zu viele Aquarienbewohner befinden. Auch ein Zuviel an Futter, das von den Fischen nicht verzehrt werden kann, ist eine weitverbreitete Ursache: Das nicht gebrauchte Futter sinkt zu Boden und in der Folge wächst und gedeiht Mulm unkontrolliert.

Wird festgestellt, dass sich in einem Aquarium zu viel Mulm befindet, dann dient dies als zuverlässiges Anzeichen, dass im betreffenden Becken irgendetwas nicht optimal läuft. Treffender ausgedrückt ist es regelrecht aus dem Gleichgewicht geraten.

Zuviel des Guten? Ein Mulmsauger hilft!

Als erster Schritt sollte in einem solchen Falle schnellstmöglich die Ursache dafür ausfindig gemacht werden. Somit kann eine weitere Verschlimmerung der Situation bestmöglich verhindert werden. Anschließend sollte ein spezieller Mulmsauger zum Einsatz kommen, der unter anderem im Fachhandel erhältlich ist. Dieses Gerät sorgt für eine umfassende Reinigung des Bodengrundes, sofern zu viel Mulm im Aquarium festgestellt wurde.