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Wirkstoffe aus der Natur im Aquarium

Laub im Aquarium / © K. Schwarz / pixelio.deSehr sanft und enorm effektiv: Wirkstoffe aus der Natur im Aquarium

Bei diversen Krankheiten und kleineren und größeren Wehwehchen setzen – viele Menschen wenn es um ihre eigene Gesundheit geht – lieber auf die Künste der seit Langem bewährten Naturheilkunde, bevor sie zur Linderung ihrer Beschwerden Medizin aus dem Bereich der Schulmedizin einsetzen. Natürliche Wirkstoffe, die in dieser Hinsicht zielgerichtet verwendet werden, können häufig gute Erfolge erzielen, sind jedoch in der Regel oft sanfter als Arznei aus der Apotheke.

Medikamente von Mutter Natur auch für Tiere geeignet

Und was für den Menschen gut ist, kann beim Tier – oder im speziellen Fall bei deinen Aquariumsbewohnern – natürlich keinesfalls schaden! Die gute Nachricht lautet also: Du kannst Wirkstoffe aus der Natur im Aquarium als Medikament einsetzen! Diese Alternative bietet sich an, wenn du deinen Bestand nicht mit Chemie vollfüttern möchtest, der zudem meist viel kostet, sondern natürlichen Behandlungen den Vorzug gibst.

Selbstverständlich musst du genauestens darüber Bescheid wissen, bei welcher Krankheit welche Wirkstoffe aus der Natur im Aquarium als Medikament geeignet sind. Mehr darüber erfährst du etwas später. Zuerst liefern wir dir eine Reihe von grundlegenden Infos zu denn naturheilkundlichen Anwendungen und was du dabei auf jeden Fall beachten solltest.

Was musst du beachten, bevor du Wirkstoffe aus der Natur im Aquarium als Medikament verwendest?

Bevor du mit der entsprechenden Behandlung beginnst, müssen in deinem Becken Wasserwerte sowie alle weiteren relevanten Werte kontrollieren. Sollte diese Überprüfung zu dem Ergebnis führen, dass in deinem Aquarium wichtige Nährstoffe oder Mineralien fehlen, solltest du die betreffenden Stoffe zuführen.

Effektivität, die nichts kostet: Wirksame Substanzen aus der Natur für dein Aquarium

SeemandelbaumNeben den heilenden Wirkungen zeichnen sich Wirkstoffe aus der Natur, die du im Aquarium als effektives Medikament gegen verschiedenste Krankheiten einsetzen kannst, auch dadurch aus, dass sie dir komplett gratis zur Verfügung stehen. Somit handelt es sich dabei um eine interessante Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden, die jeden Aquarianer in der Praxis gleich auf mehreren Ebenen überzeugen. Das betrifft auch den folgenden Aspekt, den du im Krankheitsfall deiner Fische und Co. niemals außer Acht lassen solltest.

Wenn du im Aquarium Medikamente – egal welche – zum Einsatz bringst, dann wirken diese nicht nur bei den krankheitsauslösenden Bakterien und Pilzen. Auch deine Fische, Pflanzen und die nützlichen Filterbakterien sind davon natürlich betroffen, da alle im selben Wasser leben und eine punktuelle Arzneiverwendung deshalb nicht möglich ist.

Welches natürliche Mittel hilft bei welchen Problemen?

Blätter von Bäumen verfügen über wahre Wunderkräfte, wenn es um vorbeugende Maßnahmen geht oder wenn leichte Verletzungen deiner Aquariumsbewohner behandelt werden müssen. Darüber hinaus eignen sich die Wirkstoffe in den Blättern auch, um als Ergänzung zu herkömmlicher Medizin Verwendung zu finden.

Konkret handelt es sich dabei um die Blätter der folgenden Baumarten:

  • Seemandelbaum
  • Buche
  • Eiche
  •  Walnussbaum
  • Birke
  • sowie – last but not least – um die Zapfen der Erle

Seemandelbaumblätter im Aquarium

Diese Blätter enthalten wertvolle Wirkstoffe aus der Natur, die in deinem Aquarium als Medikament eingesetzt werden können, wenn die Haut Verletzungen aufweist sowie bei der gefürchteten Flossenfäule im Anfangsstadium oder als vorbeugende Maßnahme, wenn sich in deinem Becken neue Fische befinden. Des Weiteren wird dank einer Anwendung mit Seemandelbaumblättern das Risiko einer Laichverpilzung umfassend minimiert.

Im Besonderen eignen sich diese Blätter übrigens für Anwendungen bei Garnelen, Krebsen sowie Schnecken.

Im Aquarium geben diese Blätter die Wirkstoffe Hydrocyansäure, Saponine und Tannine ab. Damit dies geschieht, werden getrocknete, im Handel erhältliche Seemandelbaumblätter im Ganzen oder in kleinere Stücke zerteilt in kleine Beutel gefüllt und anschließend ins Aquarium gelegt. In dieser Hinsicht gilt folgende Faustregel, was die optimale Abgabe der Wirkstoffe betrifft: Drei bis vier Blätter reichen für je hundert Liter.

Buchenblätter im Aquarium

Auch Buchenblätter enthalten Wirkstoffe, die sich in bestimmten Fällen förderlich auf dein Aquarium auswirken: Verantwortlich dafür zeichnet insbesondere das in ihnen enthaltene Tannin, das keimtötend wirkt. Außerdem senken Buchenblätter den pH-Wert im Wasser geringfügig. Sie sind also unter anderem auch dann nützlich, wenn du im Wasser deines Aquariums keine Karbonathärte nachweisen kannst.

Des Weiteren haben die Wirkstoffe der Buchenblätter insgesamt einen positiven Effekt, was die Häutung der Tiere betrifft. So werden frische Blätter zum Beispiel von Garnelen gerne als Zusatzfutter verspeist, denn der vergleichsweise hohe Kalziumgehalt hilft den Tieren beim Aushärten Ihres Panzers.

Eichenblätter im Aquarium

Prinzipiell enthalten die Blätter der Eiche ebenso wie das Buchenlaub Tannin, allerdings in einer höheren Konzentration. Dadurch erklärt sich auch, dass diese beiden Blattarten in deinem Aquarium dieselbe Wirkung hervorrufen. Darüber hinaus beinhalten Eichenblätter die Wirkstoffe Ellagsäure, Gallussäure, Phlobaphen, Querzin, Querzit, Zucker, Pektine sowie Stärke.

Die Einsatzbereiche der Blätter stellen vor allem die Behandlung von diversen Hauterkrankungen sowie die Prophylaxe dar. Um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen, solltest du pro hundert Liter Wasser fünf bis acht Blätter ins Wasser legen.

Neben den Blättern ist auch die Rinde des Eichenbaumes für dein Aquarium von großem Nutzen: Aus ihr wird das sogenannte, im Handel erhältliche Eichenextrakt gewonnen, das zur Senkung des pH-Wertes in deinem Aquarium eingesetzt werden kann.

Walnussblatt / © Rasbak / wikipediaWalnussblätter im Aquarium

Walnussblätter beinhalten neben Gerbstoffen auch wertvolle ätherische Öle, Bitterstoffe sowie Alkoloide. Damit kannst du bei leichten Verletzungen oder Schleimhautreizungen positive Effekte erzielen. Außerdem eignen sich Walnussblätter, um prophylaktisch gegen Flossenfäule sowie Laichverpilzung eingesetzt zu werden.

Eine optimale Wirkung erzielst du, wenn du auf 100 Liter Wasser fünf bis acht ganze Blätter verwendest.

Birkenblätter im Aquarium

Die Blätter der Birke bzw. deren Wirkstoffe sind dazu in der Lage, verschiedenste Geschwüre auf natürliche und sanfte Art und Weise heilen zu lassen. Zudem werden diese Blätter auch eingesetzt, wenn es den Ausbruch von Fischtuberkulose zu verhindern gilt. Verantwortlich dafür sind die Wirkstoffe wie Flavonglykoside, Saponine, diverse ätherische Öle, Harz, Methylsalicilat sowie Gerbstoffe.

Die gewünschten Effekte erzielst du, wenn du pro hundert Liter Wasser 20 dieser Blätter für den Zeitraum von einer Woche in dein Aquarium gibst.

Erlenzapfen im Aquarium

Wenn du bei Pilzbefall Hilfe benötigst, dann sind Erlenzapfen das richtige Mittel deiner Wahl, denn sie wirken einerseits adstringierend und andererseits antibakteriell. Konkret lassen sie sich unter anderem hervorragend gegen Laichverpilzung einsetzen, aber auch bei der Verminderung der Keimbelastung im Auszuchtbecken leisten dir die Erlenzapfen wertvolle Dienste. Ähnliches geilt auch bei verschiedenen Verletzungen, Geschwüren sowie der Flossenfäule.

Damit die Wirkstoffe der Zapfen – es handelt sich dabei um Gerbstoffe, Emodin, Harzsäuren, Triterpene, Phlophene, Alnulin, Protalnulin sowie Lynosid – optimale Wirkungen erzielen können, solltest du je zehn Liter Wasser zwei bis drei Erlenzäpfchen in dein Aquarium legen.

Die richtige Balance der Inhaltsstoffe spielt nicht nur bei Medikamenten aus der Natur eine Rolle, sie muss natürlich auch in Hinblick auf das Fischfutter beachtet werden. Hier verraten wir dir, worauf es dabei ankommt!